Martin Scorsese ist ein Meister der Musikdokumentation. Mit seiner Hommage setzt er dem coolsten Beatle ein Denkmal.
George Harrison mag der »stille Beatle« gewesen sein, womöglich war er gleichzeitig aber auch der coolste. Im Schatten der Songwriter-Genies Lennon & McCartney schrieb er einige der schönsten Beatles-Klassiker, und als Gitarrenvirtuose konnte selbst Busenfreund Eric Clapton noch einiges von ihm lernen. Außerdem organisierte er das erste Wohltätigkeitskonzert der Rock-Geschichte und finanzierte Monty Pythons »Leben des Brian«, als niemand sonst die respektlose Religionssatire anfassen wollte. Meister-Regisseur Martin Scorsese sieht in ihm vor allem einen spirituell Suchenden, der die Oberflächlichkeit des Musikgeschäfts frühzeitig hinterfragte und seinen Idealen bis zum Schluss treu blieb. Mit derselben Sorgfalt, die er schon bei der epochemachenden Dylan-Biographie »No Direction Home« walten ließ, nähert er sich nun der Legende George Harrison und greift dabei auf einen Schatz unveröffentlichten Materials zurück, das in mehr als 200 Minuten praktisch die gesamte Rock-Elite zu Wort kommen lässt.

