Alle Beiträge von "Roman Jansen"
Eigentlich ist der 24. Juli 2010 ein ganz normaler Tag gewesen, aber das glaubt man nach diesem Film wahrlich nicht mehr. In einem weltumspannenden Experiment wurden letztes Jahr alle Youtube-Nutzer aufgefordert, einen persönlichen Filmschnappschuss dieses Tages einzusenden. Mehr als 80.000 »Filmemacher« aus 140 Ländern kamen dieser Aufforderung nach. Das Ergebnis bildet unter der Produktion von Ridley Scott und der Regie von Oscar-Gewinner Kevin MacDonald ein schier unendliches Mosaik menschlicher Erfahrung ab. Eine Collage, die Augen, Münder und Herzen öffnet: So schillernd, bunt und eindrucksvoll haben bislang wohl nur Astronauten unsere Erde gesehen. Dieses grandiose Film-Patchwork blickt darüber hinaus noch tief in die Seele – und übersetzt das Chaos in ein Wunder.
weiterlesen
Ein mitreißendes Meisterwerk über den Terror-Weltstar Carlos. Globalpolitische Dramatik und Handkamera-Action. Neben fiktiven Ausgestaltungen gibt das explosive Bio-Pic viele harte Fakten akribisch wieder. Regisseur Olivier Assayas recherchierte jahrelang. Die überwältigende Ereignisfülle zwischen den 1970er und 90er Jahren bringt der Director’s Cut richtig zur Geltung. Carlos’ Ausbildung zum Top-Attentäter. Die berüchtigte Stürmung des OPEC-Gipfels 1975. Turbulenzen und schöne Frauen im selbstbestimmten, aber auch selbstgerechten Outlaw-Leben. Carlos’ Brutalität, Sensibilität, Charisma, Verwerflichkeit! Diese Blu-ray-Veröffentlichung beinhaltet als Bonusmaterial viele Interviews und eben den unverzichtbaren 330-minütigen Director’s Cut.
weiterlesen
Action und Emotion: Im Kino hört diese Kombination auf den Namen Jean Reno. Als Mafiosi bietet er knallhartes Home Entertainment und philosophische Einsichten.
Jean Reno ist immer noch die erste Adresse, wenn es darum geht, harte Gangster-Action mit emotionaler Authentizität zu verbinden. Und »22 Bullets« ist dem Meister wie auf den Leib geschrieben. Die Story beruht auf der wahren Geschichte des französischen Supermafiosi Jacky Imbert, der 22 Kugeln im Körper überlebte, um sich anschließend an seinen Attentätern zu rächen. 50 Cent ist also Kleingeld gegen den Mann. 50 Cent hat aber auch nicht die geheimnisvolle Aura, mit der Vollprofi Reno dieser kompromisslosen Gangsterballade philosophische Tiefe mitgibt. Verrat, Rache, Familie – die ewigen Themen der Unterwelt wurden selten so malerisch in Szene gesetzt wie unter der zwingenden Regie von Richard Berry. Sein Blick geht nicht nur in Richtung Mafialifestyle, sondern auch hinter die Kulissen der Macht, und auf beiden Schauplätzen tritt Jean Reno mit unvergleichlicher Coolness auf. Auf DVD und Blu-ray gibt es als Bonusmaterial zusätzlich Trailer, Making Ofs und Interviews mit dem Hauptdarsteller.
weiterlesen
Die muss man alle haben. TEIL II der Edition ERGÄNZT DIE REIHE UM ZEHN WEITERE Meilensteine der Filmgeschichte in HD.
Die Frage nach einem Kino-Kanon kommt nie zu früh, und angesichts der hier versammelten Qualität gerade richtig. In Kooperation mit KulturSpiegel hat Arthaus schon Anfang 2011 20 anerkannte Film-Meilensteine zusammengestellt, von denen viele erstmals als Blu-ray zu haben waren. Diese Sammlung unterschiedlichster Genres und Autoren wird nun um weitere zehn Titel ergänzt. Darin: Komödien (»Der große Diktator«, »Dogma«), alte wie neue Perlen des französischen Films (»Außer Atem«, »Delicatessen«), Thriller (»Der dritte Mann«) und Psychodrama (»Wenn die Gondeln Trauer tragen«). Die Blu Cinemathek guckt weder auf Budgets noch auf Produktionsländer, die Maßstäbe heißen Qualität und Originalität. Werke von Meisterregisseuren wie Martin Scorsese (»Aviator«) und Akira Kurosowa (»Ran«) finden sich da neben packenden Historien-Epen (»The Mission«) und Künstlerbiographien (»Frida«). Alle Titel der Serie sind auch einzeln zu haben, als Grundstock für die heimische Sammlung empfiehlt sich aber natürlich das edle Komplettpaket.
weiterlesen
Die schönste Nebensache der Welt ist ein Geschäft. Keiner wüsste das besser als Fußballspieler und Funktionäre. Allerdings wird in diesem Milieu pflichtbewusst der Mantel des Schweigens über Themen gelegt, die der Branche unangenehm sind. Thomas Broich galt schon immer als der etwas andere Fußballprofi – ein Spielgestalter mit Talent und Grips. Aljoscha Pauses Langzeitdoku über die steinige Karriere des ehemaligen Mönchengladbachers mit dem Spitznamen »Mozart« enthüllt, warum es für ihn trotzdem nicht zum Topstar reichte. Ein Film, der unbequeme Fragen stellt und zeigt, dass nicht jede Worthülse, die etwa ein Christoph Daum raushaut, unhinterfragt auf dem Müllhaufen der Geschichte landen muss. Nicht nur für 11Freunde-Leser und sonstige Fußballfans ein Filmhighlight!
weiterlesen